Paradisamide™ – frische Grapefruit-Amid-Note

Paradisamide™ von Givaudan – Die vollständige Referenz

Ein Molekül, das aus einer akademischen Studie zur Kernspinresonanz-Spektroskopie hervorging, sich als "bevorzugte Verbindung" einer ganzen Familie neuer Duftmoleküle herausstellte – und nebenbei eine Eigenschaft mitbrachte, die mit Parfümerie eigentlich gar nichts zu tun hat.

Inhalt

  1. Was ist Paradisamide?
  2. Herkunft – Von akademischer Spektroskopie zum Patent
  3. Eine ungewöhnliche Nebeneigenschaft
  4. Wie riecht es?
  5. Rolle in der Formel
  6. Kurzreferenz: Chemie und Sicherheit
  7. Häufige Fragen

1. Was ist Paradisamide?

Paradisamide ist der Markenname von Givaudan für 2-Ethyl-N-methyl-N-(3-methylphenyl)butanamid (CAS 406488-30-0), ein synthetisches Riechstoffmolekül aus der Klasse der N,N-disubstituierten Amide mit langlebigem, tropisch-fruchtigem Charakter.

2. Herkunft – Von akademischer Spektroskopie zum Patent

Die Geschichte dieser Molekülklasse beginnt nicht in der Parfümerie, sondern in der akademischen Chemie: Eine 1966 in der renommierten Fachzeitschrift Journal of the American Chemical Society veröffentlichte Studie von T. H. Siddall und Kollegen untersuchte N,N-disubstituierte Amide mittels Protonen-Kernspinresonanz-Spektroskopie – reine Grundlagenforschung zur Molekülstruktur, ohne jeden Bezug zu Riechstoffen.

Jahre später griff Givaudan diese Verbindungsklasse auf und identifizierte innerhalb einer ganzen Familie neuer N,N-disubstituierter Amide eine Verbindung mit besonders interessanten, angenehmen Geruchseigenschaften – im zugrundeliegenden Patent schlicht als "Compound 1" bezeichnet und als "die derzeit bevorzugte Verbindung" der gesamten Erfindung beschrieben. Diese Verbindung ist Paradisamide.

3. Eine ungewöhnliche Nebeneigenschaft

Das Patent verzeichnet eine Eigenschaft, die mit dem eigentlichen Verwendungszweck als Riechstoff nichts zu tun hat: Paradisamide zeigt laut Patentschrift eine insektenabweisende Wirkung, die mit der von N,N-Diethyl-meta-toluamid (dem als DEET bekannten, weltweit verbreiteten Insektenschutzmittel) vergleichbar ist. Dies ist eine reine strukturchemische Nebeneigenschaft der Molekülklasse – Paradisamide wird in unserem Sortiment ausschließlich als Riechstoff für die Parfümerie geführt, nicht als Repellent.

Praktisch relevanter ist eine zweite, im selben Patent dokumentierte Eigenschaft: eine gute Substantivität auf feuchtem Gewebe und eine moderate Substantivität auf trockenem Gewebe – eine Grundlage dafür, warum sich das Material auch in Wäsche- und Textilanwendungen bewährt.

4. Wie riecht es?

Givaudan beschreibt das offizielle Sensory Profile als tropisch-fruchtig: Guave, Passionsfrucht, Grapefruit, Rhabarber und Cassis. Der spanische Parfümeur und Fachautor Arcadi Boix Camps beschrieb das Material 2009 in seinem Buch "Perfumery: Techniques in Evolution" als extrem kräftig-zitrusartig, mit einer metallischen Note, die an Grapefruit erinnert, und rhabarberartigen Facetten.

5. Rolle in der Formel

Paradisamide eignet sich laut Hersteller zur Überdosierung tropischer Fruchtakkorde (bis zu 20 %) für einen intensiven, exotischen Effekt, oder in niedrigerer Dosierung, um anderen fruchtigen Kompositionen einen saftig-tropischen Twist zu verleihen. Eine offiziell von Givaudan dokumentierte Synergie kombiniert 20 % Paradisamide mit 80 % Methyl Laitone 10%/TEC zu einem intensiven tropischen Fruchtakkord.

6. Kurzreferenz: Chemie und Sicherheit

Die vollständigen physikalisch-chemischen Daten sowie die Sicherheitshinweise finden Sie in der Produktkarte. Zusammengefasst: ein tropisch-fruchtiges Amid-Molekül von Givaudan, laut aktuellem Sicherheitsdatenblatt (Version 9.0, 2024) mit Signalwort "Achtung" eingestuft – bitte Sicherheitshinweise vor der Verwendung sorgfältig lesen.

Häufige Fragen zu Paradisamide

Ist Paradisamide dasselbe wie ein Insektenschutzmittel?

Nein. Das der Erfindung zugrundeliegende Patent verzeichnet lediglich eine strukturchemische Nebeneigenschaft mit insektenabweisender Wirkung. Paradisamide wird ausschließlich als Riechstoff für die Parfümerie verkauft und eingesetzt – nicht als Repellent.

Woher stammt die Molekülklasse von Paradisamide?

Aus einer 1966 veröffentlichten akademischen Studie zur Kernspinresonanz-Spektroskopie von N,N-disubstituierten Amiden. Givaudan entwickelte daraus später eine eigene Familie neuer Duftmoleküle, aus der Paradisamide als bevorzugte Verbindung hervorging.

Wie riecht Paradisamide?

Tropisch-fruchtig: Guave, Passionsfrucht, Grapefruit, Rhabarber und Cassis, laut offiziellem Sensory Profile von Givaudan.

Womit lässt sich Paradisamide gut kombinieren?

Offiziell dokumentiert ist die Synergie mit Methyl Laitone 10%/TEC im Verhältnis 20:80 für einen intensiven tropischen Fruchtakkord.


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