Labor am Meer
Isopropylmyristat (IPM) 99 % – Lösungsmittel & Trägeröl | Parfümerie-Rohstoff
Isopropylmyristat (IPM) 99 % – Lösungsmittel & Trägeröl | Parfümerie-Rohstoff
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Isopropylmyristat (IPM) 99 % – Lösungsmittel & Trägeröl
Isopropylmyristat ist kein Duftstoff. Es ist das Werkzeug, mit dem Düfte überhaupt erst dosierbar werden.
Ein klares, praktisch geruchloses Öl, dünnflüssig wie Wasser und trotzdem nicht flüchtig. Wo Ethanol verdunstet und DPG zäh und schwer bleibt, liegt IPM genau dazwischen: es trägt, ohne zu kleben, und es verschwindet nicht.
Rolle in der Formel
IPM ist der Standard-Verdünner der Ölphase. Es löst Riechstoffkonzentrate, Absolues und teure Captives auf eine Konzentration herunter, mit der sich sauber arbeiten lässt – 1 %, 10 %, 20 %, je nach Material. Wer mit einer Pipette dosiert statt mit der Feinwaage, braucht genau das.
Der olfaktorische Eigenbeitrag liegt nahe null. In hoher Dosierung bleibt eine sehr leise, ölig-fettige Unterlage – hörbar erst, wenn man gezielt darauf achtet.
Verwendung in der Parfümerie
- Ölparfüm, Roll-on, Balsam: Trägerphase, üblich 50–90 %.
- Verdünnungen im Labor: Konzentrate auf 1–10 % herunterbrechen, um Dosierung und Geruchsbeurteilung zu erleichtern.
- Raumspray und Körperöl: die niedrige Viskosität von 5–6 mPa·s ergibt ein feines Sprühbild ohne den schweren Zug von Jojoba oder fraktioniertem Kokosöl.
- Diffuser: steigt gut im Stäbchen auf, hinterlässt keinen fettigen Rand. Freisetzung langsamer als mit Ethanol, schneller als mit DPG.
Praktischer Hinweis: Dosieren, Lagern, Kombinieren
IPM oder DPG? DPG ist günstiger und für Diffuser und Verdünnungen oft ausreichend. IPM ist leichter, spritzt feiner und fühlt sich auf der Haut deutlich angenehmer an. In der Praxis werden beide gemischt – IPM dort, wo es auf Hautgefühl oder Sprühbild ankommt.
Nicht wasserlöslich. Praktisch unlöslich, unter 0,05 mg/l. Für wasserbasierte Sprays ist ein Lösungsvermittler zwingend. Auf Textilien, lackierten Flächen und manchen Kunststoffen kann IPM ölige Ränder hinterlassen – Raumsprays vorher an verdeckter Stelle testen.
Lagerung. Kühl, trocken, dicht verschlossen und lichtgeschützt. Der Flammpunkt liegt bei über 150 °C, es handelt sich also nicht um eine entzündbare Flüssigkeit – Transport und Lagerung sind entsprechend unkompliziert.
Sicherheitshinweise
IPM ist nach CLP nicht als gefährlich eingestuft: kein Gefahrenpiktogramm, kein Signalwort, kein Eintrag in Anhang VI. Bei längerem Hautkontakt kann es dennoch reizend wirken – die üblichen Schutzmaßnahmen für Riechstoffe gelten weiterhin: Handschuhe und Augenschutz beim offenen Arbeiten.
Hinweis für Hautprodukte: IPM gilt als comedogen (Bewertung 4–5 von 5) und wirkt als Penetrationsverstärker. Für Gesichtsprodukte und zu Unreinheiten neigende Haut ist es daher die falsche Wahl, auch wenn es toxikologisch unbedenklich ist. Für Parfüm auf Handgelenk, Hals und Dekolleté spielt das keine Rolle.
Physico-Chemical Properties
| Chemische Bezeichnung | Propan-2-yl-tetradecanoat |
| Weitere Synonyme | Isopropylmyristat, Isopropyltetradecanoat, Myristinsäureisopropylester, IPM |
| INCI | Isopropyl Myristate |
| CAS-Nr. | 110-27-0 |
| EC-Nr. | 203-751-4 |
| REACH-Registriernummer | 01-2119541806-35 |
| FEMA-Nr. | 3556 |
| Zolltarifnummer | 2915909098 |
| Summenformel | C₁₇H₃₄O₂ |
| Molekulargewicht | 270,45 g/mol |
| Reinheit | ≥ 99 % |
| Aussehen | Klare, farblose bis schwach gelbliche, dünnflüssige Flüssigkeit |
| Geruch | Praktisch geruchlos |
| Dichte (20 °C) | 0,850–0,855 g/cm³ |
| Viskosität (20 °C) | 5–6 mPa·s |
| Brechungsindex n20/D | 1,432–1,437 |
| Siedepunkt | 309 °C (1013 hPa) |
| Flammpunkt | 150–168 °C – kein entzündbarer Stoff |
| Log Pow | 7,71 (gemessen) |
| Löslichkeit | Praktisch unlöslich in Wasser (< 0,05 mg/l bei 20 °C); mischbar mit Ölen, Fetten, Ethanol und den meisten organischen Lösungsmitteln |
| Biologische Abbaubarkeit | Leicht biologisch abbaubar – 91,4 % in 28 Tagen (OECD 301B) |
| Lagerung | Kühl, trocken, dicht verschlossen, lichtgeschützt |
| Haltbarkeit | 24 Monate ab Lieferung |
FAQ
Wofür brauche ich Isopropylmyristat?
Um Riechstoffe zu verdünnen und um ölbasierte Düfte anzusetzen. IPM ersetzt Ethanol überall dort, wo nichts verdunsten soll: Ölparfüm, Roll-on, Raumspray, Diffuser.
Riecht IPM nach etwas?
Praktisch nicht. Der Geruchsbeitrag wird mit 5 von 100 bewertet. Erst in sehr hoher Dosierung bleibt eine leise ölig-fettige Unterlage.
IPM oder DPG – was nehme ich wann?
DPG ist günstiger und für Diffuser und einfache Verdünnungen meist ausreichend. IPM ist dünnflüssiger, sprüht feiner und fühlt sich auf der Haut leichter an. Für alles, was auf die Haut kommt oder versprüht wird, ist IPM die bessere Wahl.
Wie hoch dosiere ich?
Als Trägerphase im Ölparfüm 50–90 %. Für Laborverdünnungen von Konzentraten üblicherweise so, dass 1–10 % Wirkstoff übrig bleiben. Typischer Anteil in einer fertigen Rezeptur: rund 20 %.
Kann ich damit ein wasserbasiertes Spray machen?
Nicht ohne Lösungsvermittler. IPM ist praktisch wasserunlöslich und trennt sich sonst wieder ab.
Ist IPM hautverträglich?
Toxikologisch unbedenklich und nicht als Gefahrstoff eingestuft. Es gilt allerdings als comedogen und sollte deshalb nicht in Gesichtsprodukte oder auf zu Unreinheiten neigende Haut. Für Parfüm auf Handgelenk und Hals ist es unproblematisch.
Ist IPM entzündbar?
Nein. Der Flammpunkt liegt über 150 °C, damit gilt IPM nicht als entzündbare Flüssigkeit. Sobald Ethanol zugesetzt wird, ändert sich das natürlich.
Wichtiger Hinweis
Verkauf ausschließlich als Rohstoff zur weiteren Verarbeitung durch fachkundige Anwender. Nicht zum unverdünnten Auftragen, nicht zum Verzehr. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
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